Holz abflammen

Ich habe in diesem Experiment eine alternative Oberflächenbehandlung erprobt: Das Abflammen. Hierbei habe ich das Holz zunächst mit einer Lötlampe an der Oberfläche verkohlt und danach mit einer Messing-Drahtbürste die losen Teile in Maserrichtung abgebürstet. Das Ergebnis ist eine bräunliche Färbung bei der die Maserung sehr schön betont wird. Da durch das Ablammen und Abbürsten die weicheren Frühholzanteile stärker abgetragen werden als die härteren Spätholzanteile, ergibt sich auch ein interessanter haptischer Effekt: Man kann die Maserung gut spühren.

Fichte
Lärche

Am schönsten wirkt diese Art der Oberflächenbehandlung auf Nadelholz. Ich habe daher mit Fichte und Lärche experimentiert. Zufällig lag noch ein kleines Reststück Yellow Poplar herum, das wurde kurzerhand mit „behandelt“. 😉

 

Yellow Poplar

Ein praktischer Nebeneffekt: Das Holz wird weniger stark von Insekten oder Pilzen befallen. Der Haken: Die Oberfläche wird recht trocken und bekommt kleine Risse. Dadurch kann Feuchtigkeit leichter eindringen, die Verwitterung wird so vermmutlich beschleunigt.

Bei der Lärche habe ich mir die Mühe gemacht, das Holz vorher zu hobeln und am Frästisch mit einem Verleimprofil zu versehen. Ich habe daraus eine kleine Leimholzplatte hergestellt, um zu testen, was beim Ablfammen mit den Leimfugen passiert.

Lamellen für Leimholz
Verleimprofil angefräst
Lamellen verleimt
Fertige Leimholzplatte

Da die Feuchtigkeit an der Oberläche komplett verdampft, schrumpft das Holz hier entsprechend, mit dem Ergebnis, das die zunächst geschlossene Leimfuge an der Oberfläche aufgeht: Es ergibt sich ein kleine „Rille“.

Leimholz nach dem Abflammen

Ich habe dann noch einen „Langzeittest“ gestartet: Für den Garten wurde ein „einfaches Schild aus Restholz“ benötigt. Ich habe es aus Fichtenholz hergestellt und dieses abgeflammt. Das gute Stück ist jetzt ohne weitere Oberflächenbehandlung im Garten und ich bin gespannt, wie es sich in den kommenden Monaten schlägt…

Schild
Schild – Nahaufnahme

 

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