Kreativ und Schön – Schärfe(n) muss sein

Dieser Beitrag ist Teil 2 von 3 der Serie Kreativ und Schön.

Noch wenige Wochen bis zum „Show-Down“: Ich versuche mich erstmals im Live-Drechseln auf einer Kunsthandwerks-Ausstellung. Die Zeit bis dahin muss ich nutzen, um mich vorzubereiten. Nach fast eineinhalb Jahren „Drechsel-Abstinenz“ heißt es: fleißig üben – Nürnberg ist näher als man denkt. 😉

Bevor es aber ans Drechseln geht, steht ein anderes Thema auf dem Plan: Schärfen. Bei meinem Einsteigerkurs habe ich beim Schärfen „frei Hand“ an schnell laufenden Trocken-Schleifern kläglich versagt: Zunächst habe ich die Form nicht sauber hinbekommen und durch die ewigen Versuche irgendwann die Klinge überhizt. 🙁

Ich habe mir daher bei der Erstausstattung vor zweieinhalb Jahren eine kleine Tormek mit Vorrichtungen für Meißel und Röhren zugelegt. Da ich bisher aber nur wenig in der heimischen Werkstatt gedrechselt habe und die Crown-Eisen gut geschärft aus der Verpackung kamen, ist die Tormek noch original verpackt.

Erstmal also die Handbücher lesen, scheint ja recht einfch zu sein. Da fiel mir gleich mein ebenfalls noch unbenutzter Handhobel ein – der muss auch erstmal geschärft werden. Ein prima Übungsobjekt (dachte ich jedenfalls). Schnell ist das Hobeleisen ausgebaut und fachgerecht in der Halterung für gerade Schneiden befestigt. Nach einigen Runden des Schleifens war der Frust meinerseits aber recht groß: Irgendwie bekomme ich nicht die gewünschte Form, das Eisen wird immer innen hohl. 🙁

Ein kurze Internet-Recherche hat mir einige gute Tips beschert: Wichtigt ist der richtige Druck an der richtigen Stelle. Beim zweiten Verusch hat es dann wunderbar funktioniert. Eine minimal bauchige und rasiermesserscharfe Schneide ist das Ergebnis – Und das erste mal mit einem scharfen Handhobel zu Arbeiten ist echt ein Schlüsselerlebnis. 🙂

Die ersten schönen Späne mit dem scharfen Handhobel

So sind wir doch noch Freunde geworden: Der Tormek und ich. 🙂

Nach dem das „Eis gebrochen“ war, habe ich mich Stück für Stück durch mein Drechsel-Werkzeug gearbeitet. Als erstes kam der Schrägmeißel an die Reihe, gefolgt vom Abstechstahl. Beides kann mit der selben Vorrichtung geschliffen werden.

Der Meißel wird geschärft

Danach habe ich mich an die Röhren herangetraut. So ein Fingernagel-Anschliff ist mit der Vorrichtung wirklich super leicht.

Einstellen der Werkzeugstütze mit Schablone
Einspannen der Röhre in die Vorrichtung mit Schablone
Schleifen der Röhre

Nach wenigen Augenblicken waren die Röhren wieder scharf. Um das Ergebnis perfekt zu machen, habe ich die profilierte Leder-Abzieh-Scheibe benutzt, um den Grat zu entfernen.

Abziehen der Röhre

Die Einstellungen der Vorrichtung, der Werkzeugstütze sowie die Einspann-Position des Werkzeugs habe ich mir dann, wie von Tormek empfohlen, auf den Werkzeugen notiert. Beim nächsten Anschliff geht es dann (hoffentlich) noch einfacher und schneller.

Aufkleber zum Beschriften der Werkzeuge
Alle Einstellungen sind vermerkt

Vor dem „Live-Auftritt“ werde ich das ausprobieren und die Werkzeuge ein weiteres mal schärfen. Jetzt habe ich aber erstmal scharfes Werkzeug, um mit dem Üben zu beginnen…

Frisch geschärfte Drechsel-Eisen

 

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