Noch ein Tablett

Dieser Beitrag ist Teil 3 von 3 der Serie Tabletts.

Vor über einem Jahr hatte ich für uns ein Tablett aus Yellow Poplar gebaut, das sich bisher sehr gut bewährt hat. Das geölte Holz ist pflegeleicht, recht leicht aber dennoch stabil.

Vor ein paar Wochen hatten wir Besuch von Bekannten. Als sie das Tablett sahen, wollten sie auch gerne so eins haben, nur mit graden Kannten, damit man es hochkant Stellen kann. Mal wieder ein Grund durch das Lager meines Holzhändlers zu stöbern. 🙂

Der Plan vom Tablett mit geradem Rahmen
Die Beute vom Besuch des Holzhändlers…
…eine Bohle Yellow Poplar

Ich habe die Bohle gleich beim Holzhändler in drei Teile gesägt, so konnte ich sie bequem im Auto transportieren und musste mir keinen Anhänger ausleihen. Zu Hause angekommen habe ich das Holz dann erstmal abgerichtet.

Die Rechtwinkeligkeit des Hobelanschlages wird kontrolliert
Einstellen der Spanabnahme

Dabei wird zunächst die Maschine eingestellt und danach die Seite des Brettes plan gehobelt, die hol ist und daher nicht kippelt. Im zweiten Schritt wird die plane Seite am Hobelanschlag geführt und eine Kante rechtwinkelig zu der Seite gehobelt.

Planhobeln einer Seite
Kante im rechten Winkel hobeln

Nach dem Abrichten wird der Hobel auf Dickenhobeln umgerüstet.

Umrüsten auf Dickenhobeln
Startbereit für das Dickenhobeln

Zunächst wird das Brett auf Breite gehobelt, dadurch ist dann auch die zweite Kante im rechten Winkel zur abgerichteten Seite. Der letzte Schritt ist das Hobel auf Stärke, womit dann auch die zweite Seite plan und im rechten Winkel zu den Kanten ist.

Hobeln auf Breite

So vorbereitet kann das Holz dann mit dem Pantherblatt auf der Tischkreissäge weiter aufgetrennt werden.

Der Parallelanschlag der Tischkreissäge ist eingestellt

Ich habe mir angewöhnt, die gesägten Teile danach gleich wieder durch die Dickenhobelmaschine zu schieben, so dass die Kanten wieder exakte plan und rechtwinkelig sind. Auf diese Weise ist das Holz dann schnell und exakt zu den benötigten Leisten aufgetrennt.

Alles schön im rechten Winkel

Die Lamellen für die Bodenplatte habe ich zunächst 2mm dicker gelassen, als der fertige Boden – so kann ich das Leimholz nach dem Verleimen noch durch die Hobelmaschine schieben. Vor dem Verleimen habe ich es aber erstmal grob auf Länge geschnitten.

Ablängen der Lamellen für das Leimholz

Jetzt kann es ans Verleimen des Bodens gehen. Es wird alles bereitgelegt und zur Probe einmal zusammengespannt, nicht das nachher die Zulage zu kurz ist oder die Zwinge nicht weit genug spannt. Sieht aber alles gut aus, also ran mit dem Leim ans Holz.

Startklar für das Verleimen des Bodens
Der Boden ist „bezwungen“
Der Leim tritt an den Fugen etwas hervor

Während der Boden trocknet, kümmere ich mich um den Rahmen. Für die geschwungenen Teile mit den Grifflöchern kann ich prima die Schablone von dem ersten Tablett nehmen, gut dass ich die aufgehoben habe. 🙂

Die Schablone wird mit Klebeband befestigt
Das Fräsen kann losgehen

Im ersten Schritt habe ich mit einem 17 mm Kopierring und einem 10 mm Spiralnutfräser in drei Durchgängen die Form vorgefräst. Die letzten 3,5 mm Material habe ich dann mit einem Spiralnutbündigfräser auf dem Frästisch weggefräst. Das hat den Vorteil, das die Oberfläche der Kante quasi „in einem Rutsch“ gefräst wird und keine störenden Riefen von den einzelnen Fräsdurchgängen im Holz sind.

Vorfräsen der Form mit Kopierring und Spiralnutfräser in drei Durchgängen
Fertigfräsen der Form mit einem Bündigfräser auf dem Frästisch

Nachdem die Form gefräst ist, wird die Nut für den Boden eingefräst und anschließend die Kanten mit einem Abrundfräser gerundet.

Einfräsen der Bodennut
Die Nut ist eingefräst

Weiter geht es mit dem Sägen der Rahmenteile auf Länge mit Gehrungen, eine Paradedisziplin für die KAPEX.

Schneiden der Gehrungen an den Rahmenteilen

In die Gehrungen werden Domino-Dübel eingefräst, danach kann der Rahmen trocken zusammengesteckt werden. Jetzt kann ich das Endmaß des Bodens am Rahmen abmessen und den Boden auf der Tischkreissäge fertig zuschneiden.

Zuschnitt des Bodens auf das Endmaß

Vor dem Zusammenleimen habe ich dann alle Teile bis 180 Korn geschliffen, das ging einfacher, solange die Teile noch einzeln sind.

Schleifen der Einzelteile
Alle Teile sind fertig

Jetzt kann der Rahmen verleimt werden. Zum Spannen habe ich den Bandspanner von Bessey verwendet. Da einige Domino-Dübel aber recht Stramm saßen, mußte ich ihn phasenweise mit ein paar leichten Korpuszwingen unterstützen. 🙂

Leim und Dübel stehen bereit
Der Bandspanner wartet auf den Einsatz
Der Rahmen ist zusammengeleimt

Nachdem der Leim ausgehärtet ist, habe ich die ausgetretenen Leimreste entfernt. Als Oberflächenbehandlung habe ich Danish Oil verwendet, damit behält das Holz seine natürliche Maserung und bekommt trotzdem einen wirksamen Schutz.

Das Tablett wartet auf die Oberflächenbehandlung
Hier kommt Danish Oil zum Einsatz
Das Tablett ist fertig

Nach ein paar Tagen ist das Öl vollständig ausgehärtet und das Tablett kann seinen „Dienst“ aufnehmen. Ich hoffe, es hat eine ähnliche Karriere vor sich, wie das erste Exemplar. 🙂

 

3 Kommentare bei „Noch ein Tablett

  1. ….nicht nur ein super Teil, sondern eine noch bessere Arbeit.
    eigentlich nicht zu bezahlen, da von Grund auf „Handarbeit“

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