Puppenhaus – Die Vorbereitungen

Dieser Beitrag ist Teil 2 von 6 der Serie Puppenhaus.

Der Plan steht, aber bevor es richtig losgehen kann, sind noch ein paar Vorbereitungen zu treffen. Erstmal brauche ich Holz. Das habe ich bei meinem Holzhändler vorbestellt und schon einmal in etwas handlichere Stücke schneiden lassen. Praktischerweise sind die benötigten Stärken Birke-Multiplex dort im Zuschnitt erhältlich – so muss ich keine ganzen Platten abnehmen. 🙂

Damit alles grade bleibt, habe ich mir angewöhnt, Multiplex-Platten entweder miteinander, oder auf eine Ebene Fläche zu spannen.

Die Birke-Multiplex-Platten

Das war noch recht einfach, eine größere Herausforderung ist das Herstellen der Lackfarben. Ich habe noch einige Reste Blau und Rot, so dass ich lediglich einen Topf Reinweiß kaufen musste. Ich habe dann aus Weiß und etwas Rot einen schönen Rosa-Ton gemischt. Beim dazu passenden Lila-Ton habe ich einige Versuche benötigt, um das richtige Verhältnis zwischen Rot, Blau und Weiß zu finden – ich habe daher eine recht große Menge, da ich immer wieder etwas dazu gemischt habe – mal sehen, was demnächst noch Lila wird. 😉

Die fertig gemischten Lackfarben

Um zu sehen, wie die Farben auf dem Holz wirken, vor allem direkt nebeneinander, habe ich ein Restebrett geschliffen und lackiert.

Der Farbtest

Passt, so kann ich es verwenden. Praktisch sind hier die wiederverschließbaren Mischbecher, so kann ich die Farben eine Weile lang verwenden. Wichtig ist, dass ich eine ausreichende Menge mische, da ich den Farbton garantiert kein zweites Mal genau so gemischt bekomme. 🙂

Die Kanten bekommen ein Profil aus zwei Rundungen, die nicht genau in die Fläche auslaufen sondern eine kleine Kante haben – So kann ich später die Fläche schleifen, nachdem die Kanten lackiert wurden. Sowas habe ich bisher noch nicht gemacht, daher habe ich das erstmal an zwei Restebrettern mit der selben Stärke wie im späteren Puppenhaus (15mm und 21mm) erprobt. Gefräst habe ich mit einem 6mm Abrundfräser an der 15mm-Platte und mit einem 8mm Abrundfräser an der 21mm-Platte auf dem Frästisch.

Probebretter für die Kanten-Profil-Fräsung
Das Kanten-Profil

Danach habe ich ein weiches Pad auf den ROTEX geklettet und ein 180er Schleifgitter darauf befestigt. Damit konnte ich die Kanten-Profile gut schleifen. Jetzt habe ich die Kanten zwei mal mit dem angemischten Lila-Lack lackiert – mit einem Zwischenschliff mit dem 180er Schleifgitter.

Lackierte Kanten

Den Lack habe ich mit einem Schaumstoffpinsel aufgetragen, damit erziele ich bei wasserbasierten Lacken die besten Ergebnisse. Nach dem Trocknen kam der ROTEX wieder zum Einsatz, diesmal ohne weiches Pad – stattdessen mit einem 120er Schleifpapier. Damit habe ich die Lackreste, die versehentlich auf der Fläche gelandet waren, weggeschliffen. Den Abschluss macht ein Feinschliff mit 180er Papier und ein seidenglänzender Klarlack, der einmal komplett ringsrum auf die Probebretter aufgetragen wurde.

 

Fertige Probebretter

Experiment geglückt: Das Finish gefällt mir, so kann ich die Böden und Wände des Puppenhauses bearbeiten. 🙂

Jetzt brauche ich noch eine Lösung für das Herstellen des runden Balkons mit Geländer. Ich habe mir überlegt, das ganze mit einer Frässchablone zu machen. Einen Fräszirkel für das Ausfräsen des Handlaufes und eine Schablone mit der ich die Sacklöcher für die Geländersprossen exakte einfräsen und darüber hinaus mit einem Bündigfräser die Rundung an der Zwischendecke anfräsen kann.

Los geht’s mit der Zirkelschablone. Als „Drehpunkt“ dient ein Regalbodenhalter mit 5mm Durchmesser – Der Zirkel bekommt also ein 5mm-Loch mit Ansenkung, damit der Rand des Bodenhalters bündig im Zirkel verschwindet. Für die Fräse werden 17mm-Löcher gebohrt, in die der 17mm-Kopierring spielfrei reinpasst. Der Mittelpunkt der 17mm-Löcher muss den exakten Fräsradius vom Mittelpunkt des 5mm-Loches entfernt sein. Ich plane die Verwendung eines 10mm-Spiralnutfräsers. Für einen Handlauf mit 18mm Breite brauche ich daher zwei Radien mit einem Abstand von exakt 28mm (Handlaufbreite + Fräserdurchmesser). Ich habe mich für 107mm (Innenradius) und 135mm (Außenradius) entschieden.

Der Fräszirkel

Damit ich die Schablone für die Rundung an der Zwischendecke exakt erstellen kann, hat der Zirkel noch eine Bohrung für den Radius 140mm bekommen – mit dem 10mm-Spiralnutfräser ergibt sich ein Radius von 135 mm. Das ist der Radius, den der Boden des Balkons später bekommen wird – da hier mit einem Bündigfräser gearbeitet wird, ist diese Schblone ein Halbkreis mit einem Radius von 135mm. Die Geländersprossen sollen genau mittig im Handlauf sitzen – der Radius, in dem der Mittelpunkt der Sprossen um den Mittelpunkt der Schablone geht, ist daher 121mm. Es sollen 13 Sprossen auf dem Halbkreis platziert werden, daraus ergibt sich ein Winkel von 15°, in dem die Sprossen um den Mittelpunkt angeordnet werden.

Um die Schablone zu bauen, habe ich erstmal ein Opferbrett mit einem 5mm-Loch für den Bodenhalter als „Drehpunkt“ versehen und auf meinem Bohrständer befestigt.

Das Opferbrett auf dem Bohrständer

Die Schablone bekommt jetzt ebenfalls ein 5mm-Loch als Mittelpunkt, danach wird der Halbkreis mit etwas Übermaß auf der Bandsäge grob vorgesägt. Mit einem Geodreieck lassen sich leicht Linien im 15°-Abstand aufzeichnen. Jetzt kommt der 17mm-Bohrer in die Bohrmaschine – der Bohrständer wird so eingestellt, das der Bohrer genau 121mm vom Mittelpunkt der 5mm-Bohrung im Opferbrett entfernt ist.

Die vorbereitete Balkon-Schablone
Der Bohrständer ist eingestellt

Los geht’s mit dem Bohren der 13 Löcher in die Schablone (für jede Geländersprosse ein Loch). Dabei drehe ich die Schablone um den Drehpunkt, bis der Bohrer immer genau mittig auf einer Linie ist. Auf diese Weise sind die Geländersprossen exakt kreisförmig angeordnet.

Die gebohrte Balkonschablone

Das wäre geschafft. Jetzt kommt der letzte Streich: Mit dem Fräszirkel den Halbkreis exakt mit einem 135mm-Radius herstellen. Dafür wird das Opferbrett vom Bohrständer gelöst und direkt an der Werkbank befestigt. Darauf kommt die halbfertige Balkon-Schablone mit doppelseitigem Klebeband und in des 5mm-Loch im Mittelpunkt der Schablone ein Bodenhalter.

Opferbrett und Balkon-Schablone auf der Werkbank befestigt

Auf den Bodenhalter kann ich jetzt einfach den bereits erstellten Fräszirkel setzen. Schnell den 17mm-Kopierring und den 10mm-Spiralnutfräser in die OF-1010 eingesetzt und alles ist startklar.

Das Fräsen der Balkon-Schablone kann losgehen

Gefräst wird in zwei Durchgängen, in der zweiten Runde so tief, das es etwa einen halben Millimeter in das Opferbrett geht.

Rundung an die Balkon-Schablone angefräst

Damit die Schablone später genau an die graden Schablonen-Teile auf der Zwischendecke passt, werden links und recht grade Kanten auf der Tischkreissäge angesägt. Geschafft, die Schablonen sind fertig.

Die fertigen Schablonen

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, jetzt kann es endlich mit dem Bau des Puppenhauses losgehen. 🙂

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