Puppenhaus – Die Wände

Dieser Beitrag ist Teil 5 von 6 der Serie Puppenhaus.

So ein Puppenhaus benötigt natürlich auch Wände. Hierbei gilt es, einen guten Kompromiss zu finden zwischen leichtgewichtig und gut zugänglich auf der einen und ausreichend stabil auf der anderen Seite. Die Ecken des Hauses werden aus jeweils 50 mm breiten und 21 mm starken Teilen hergestellt, die auf Gehrung mit Lamellos verleimt werden. Diese Streifen werden auf der Tischkreissäge zugeschnitten.

Zuschneiden der Ecken-Teile

Damit die Finger heile bleiben, wird das Holz hierbei mit Schiebestock und Schiebeklotz geführt. Ein scharfes Sägeblatt ist ebenfalls zu empfehlen, damit benötigt man nur wenig Kraft beim Vorschub.

Fertig zugeschnittene Ecken-Teile
So sollen die Ecken später mal aussehen

Auf der Tischkreissäge werden jetzt auch die anderen vier Wand-Teile in 21 mm stärke zugeschnitten. Dabei kommt der Schiebetisch zum Einsatz. Wichtig ist, dass die Wand-Teile exakt im rechten Winkel sind. Den Anschlag vom Schiebetisch habe ich daher zunächst mit der Fünf-Schnitt-Methode genau eingestellt.

Nach dem Zuschnitt der Wände wird das Profil mit einem 8mm Abrundfräser auf dem Frästisch an die Kanten gefräst, so wie im Ramen der Vorbereitungen erprobt.

Fräsen der Kanten

Nach dem Schleifen der Kanten habe ich diese gleich lackiert. Einen Zwischenschliff und einen zweiten Lackauftrag später konnten dann die Flächen geschliffen werden.

Lackierte Wand-Teile
Lackierte Ecken-Teile
Die Flächen der Ecken-Teile sind fertig zum Schleifen

In die Rückwand werden vier Wandelemente mit nur 6,5 mm Stärke eingesetzt. Diese werden lose in Nuten in den benachbarten 21 mm-Wand-Teilen gehalten. Die Nuten habe ich in die bereits lackierten Kanten mit einem Scheibennutfräser auf dem Frästisch hergestellt.

Wandecke mit Nut
Die (fast) fertigen Wand-Elemente

Entgegen der ursprünglichen Planung habe ich in den Wand-Ecken keine Dominos sondern Lamellos verwendet. Diese werden jetzt eingefräst und die Ecken dann verleimt.

Einfräsen der Lamellos in die Wand-Ecken
Die Frästiefe ist auf Größe 20 gestellt

Ich habe 20er Lamellos verwendet und beim Fräsen die Abstandsplatte an den Anschlag geklemmt, damit die Lamellos weit innen in den Gehrungen sitzen und nicht außen durchkommen.

Alles Startklar zum Verleimen der Wand-Ecken

Verleimt habe ich mit einfachem Weißleim. Aufgrund der Lamellos ist keine Klebebandverleimung möglich, also kamen Schraubzwingen zum Einsatz. Davon aber reichlich. 🙂

Viele Zwingen braucht die Ecke
Verleimte Wand-Ecke
Die erste Hälfte ist verleimt

Das Verleimen der Ecken habe ich in zwei Durchgängen gemacht, so viele kleine Zwingen hatte ich nicht. Nach dem Verleimen habe ich den ausgetretenen Leim entfernt und die Außenkante mit dem Schleifklotz gebrochen.

Gar nicht mehr so eckig, die Ecken

Die Befestigung der Wände mit dem Boden und der Zwichendecke wird mit Dominos gemacht. Diese habe ich jetzt in die Bodenplatte eingefräst. Da meine Domino-Fräse mindestens 15 mm Frästiefe hat und der Boden nur 15 mm stark ist, habe ich einfach ein 5 mm Restholz aufgelegt. So kam ich nur 10 mm tief in den Boden – und nicht versehentlich auf der Unterseite wieder raus. 😉

Zusatzanschlag für das Fräsen in die Bodenplatte
Erste Löcher sind gefräst

Da die Dübel nur 10 mm in den Boden reichen, musste ich sie kürzen. Das habe ich einfach in der Gehrungslade mit der Handsäge gemacht – manchmal ist man ohne Maschine doch schneller. 🙂

Kürzen der Domino-Dübel

Bevor die Dominos in die Wandecken eingefräst werden können, habe ich diese auf der Tischkreissäge grade gesägt. Damit mir dabei keine Ausrisse an den profilierten und lackierten Kanten entstehen, wurden diese kurzerhand mit Klebeband abgeklebt.

Grade sägen der Wand-Ecken

So vorbereitet konnte ich die Domino-Dübel einfräsen. Die Dübel gehen 40 mm in die Wandecke und 10 mm in den Boden, insgesamt also 50 mm lange Dübel – ich denk, dass wird halten. 🙂

Fräsen der Dominos in die Wand-Ecken

Jetzt kann ich eine erste „Steckprobe“ machen.

Dübel in den Boden stecken
Wand-Ecken auf die Dübel stecken

Passt alles. 🙂 So können dann auch die Dominos in die Zwischendecke und die anderen Wand-Ecken gefräst werden. Da die Dübel durch die Zwischendecke komplett durchgehen bis in die darüber liegenden Wand-Elemente, ergibt sich hier eine hohe Stabilität. Damit es auch passt, wurden die Löcher in der Zwischendecke allerdings mit Übermaß gefräst.

Passprobe mit allen Wand-Ecken

Bei der Passprobe mit allen Wand-Ecken kann ich gleich das exakte Maß für die eingenuteten 6,5 mm Wand-Elemente abnehmen. Diese werden jetzt auf der Tischkreissäge zugeschnitten.

Die eingenuteten Wand-Elemente passen

In die dünnen Wand-Elemente werden jetzt mit einem 50 mm Forstner-Bohrer Fenster gebohrt und mit einem 2 mm Abrundfräser innen abgerundet. Nach dem Schleifen konnten die Wand-Elemente dann auch gleich lackiert werden.

Bohren der runden Fenster
Schleifen der dünnen Wand-Elemente
Fertig lackierte Wand-Elemente
Passprobe mit den fertigen Wand-Elementen

Wieder ein Schritt geschafft. 🙂

Vor der Verleimung der Innenwände werden diese mit der Rückwand verbunden. Hier kommen wieder Lamellos zum Einsatz.

Einfräsen der Lamellos in die Innenwände
Erst in die Innenwand fräsen
Dann in die Rückwand fräsen

Natürlich darf auch der Name des Architekten nicht fehlen – also schnell den Brennstempel warm gemacht 🙂

Der Architekt hat sich verewigt

Die oberen Wände und Ecken müssen noch an das Dach angepasst und entsprechend schräg abgesägt werden. Das ist wieder ein Job für die Tischkreissäge. Natürlich wieder mit „Pflaster“ auf den profilierten und lackierten Kanten.

Maß nehmen für die Dachschräge

Jetzt wird’s schräg – ab mit den angezeichneten Ecken und Wänden auf die Tischkreissäge.

Wand-Ecke mit „Pflaster“
Schräg eingestellter Anschlag

Zur Sicherheit wird noch mal alles zusammengesteckt.

Passprobe mit den fertigen Wänden

Passt! Jetzt geht’s langsam auf die Zielgerade. 🙂

 

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