Schuhregal

Für unseren Windfang sollte ein neues Regal für Schuhe entstehen. Dies wird mein erstes Massivholzmöbel aus sägerauem Holz. Verarbeitet habe ich eine Bohle Eichenholz, die versehentlich beim letzten Besuch meines Holzhändlers mit im Auto gelandet ist – wenn man mal nicht aufpasst 😉

Das Ausgangsmaterial

Als erstes habe ich die Bohle mit der Handkreissäge und der Führungsschine in handlichere Teile aufgetrennt. Diese konnten dann ohne großen Materialverlust auf der Hobelmaschine abgerichtet werden.

Abgerichtetes Holz

Der Rahmen des Regals sollte aus quadratischen Hölzern (30 x 30 mm) erstellt werden. Die Böden werden aus Lamellen (10 x 30 mm) gebaut. Das abgerichtete Holz habe ich dann weiter aufgetrennt und schließlich auf Dicke gehobelt.

Auf Dicke gehobelte Leisten

Im nächsten Schritt habe ich die Rahmenhölzer auf die richtige Länge gebracht. Die oberen Enden der vier Füße ragen oben etwas heraus und wurden daher am oberen Ende abgerundet.

Abgelängte Rahmen-Hölzer

 

Abgerundete Füße

Da die anderen Möbel im Windfang recht dunkel sind, sollte das Holz etwas dunkler gebeizt werden. Dies habe ich zunächst an einigen Reststücken ausprobiert.

Beizproben

Die Lamellen der Böden liegen in der Mitte auf einem Mittelsteg auf (20 x 30 mm). An den Enden liegen die Lamellen auf den Querstreben des Rahmens auf. Damit die Lamellen oben bündig sind, habe ich an den Querstreben einen Falz (10 x 20 mm) angearbeitet.

Falz mit Fräsfehler

Um den Falz herzustellen, habe ich zunächst mit zwei verdeckten Schnitten an der Tischkreissäge einen Falz von 9 x 19 mm herausgeschnitten. Den letzten Millimeter habe ich dann auf dem Frästisch weggefräst, damit es eine gute Oberfläche gibt. Leider ist gleich beim ersten der sechs Querstreben ein Stück ausgerissen 🙁 – Die restlichen fünf sind dann aber einwandfrei geworden.

Ich habe glücklicherweise bei den Beizproben noch ein Stück mit den richtigen Maßen gefunden. Kurzerhand wurde das Stück abgelängt und mit dem entsprechenden Falz versehen – Projekt gerettet 🙂

Neue Querstrebe

Die Rahmenhölzer werden mit Dominos verbunden. Die Große Herausforderung bestand darin, in die vier Füße die Domino-Fräsungen exakt an die richtige Stelle und im rechten Winkel anzubringen. Hierfür habe ich zunächst eine Vorrichtung gebaut, in der die Füße mit Schnellspannern fixiert werden können. Diese wird dann so am Werktisch befestigt, dass die Domino-Fräse einfach auf dem Tisch aufliegt.

Fräsvorrichtung für die Füße

 

Fräsvorrichtung am Werktisch

Für die unterschiedlichen Höhen habe ich jeweils ein Stoppklotz an der Vorrichtung befestigt. Dann wurde die entsprechende Fräsung nacheinander an allen vier Füßen angebracht. Dadurch waren die Fräsungen immer exakt auf gleicher Höhe.

Domino-Fräse liegt auf dem Werktisch.

 

Domino-Fräsungen im Fuß

Die Fräsungen in der Stirnseite waren mit dem Leistenanschlag an der Domino-Fräse kein Problem.

Stirnseitige Domino-Fräsungen

Damit die Schuhe später nicht bis an die Wand geschoben werden können, sollen Runde Alu-Stangen ca. 3 cm über den jeweiligen Böden als Schutz dienen. Diese werden einfach jeweils 20 mm tief in die hinteren Beine gesteckt und beim Zusammenbau des Rahmens mit eingeleimt. Die Löcher für die Alu-Stangen wurden auf meinem Bohrtisch mit dem Kress-Fräsmotor und einem 10 mm Spiralnutfräser eingefräst.

Löcher für Alu-Stangen fräsen

Nachdem das erledigt war, konnte das Gestell zum ersten Mal probehalber trocken zusammengesteckt werden.

Gestell trocken zusammengesteckt

Da alles soweit passte, habe ich mit dem Verleimen des Rahmens begonnen. Da das etliche Leimstellen waren, habe ich es in zwei Schritten gemacht. Zunächst wurden die Seitenteile zusammengeleimt.

Los geht’s mit dem Verleimen des Rahmens.

 

Die Seitenteile sind verleimt.

Nachdem die Seitenteile getrocknet waren, habe ich die Querstreben und die Mittelstreben mit den Seitenteilen verleimt. Dabei wurden natürlich auch die Alu-Stangen mit eingebaut ;-).

Komplett verleimter Rahmen

Jetzt konnten die Lamellen für die Böden sortiert und abgelängt werden.

Die Lamellen sind startklar.

Die Lamellen wurden einfach „stumpf“ an die Mittel- und die Querstreben geleimt. Begonnen habe ich mit der mittleren Lamelle. Danach folgten die weiteren Lamellen alle im gleichen Abstand.

Die Mittel-Lamelle wird angeleimt.

 

Die äußeren Lamellen werden angeleimt.

Nachdem der Leim getrocknet war, habe ich alles geschliffen, gewässert und geglättet.

Geschliffen und gewässert

Als wir das schöne Maserbild gesehen haben, haben wir entschieden, auf das Beizen zu verzichten. Zum Schutz des Holzes wurden aber zwei Schichten Möbel-Hartöl aufgetragen.

Geöltes Regal

Als Abschluss wurden noch vier Gummi-Füße unten angebracht, damit das Regal von unten kein Wasser zieht, wenn es im Windfang mal etwas nass ist.

Gummi-Füße

Damit war das Regal fertig. Hier noch ein paar „Nahaufnahmen“:

Das fertige Regal

 

Die Rückseite

2 Kommentare bei „Schuhregal

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