Wohnzimmerschrank – Das Finale

Dieser Beitrag ist Teil 13 von 13 der Serie Wohnzimmerschrank.

Heute werden die Fronten des Schrankes fertiggestellt und montiert. Das ist das große Finale des Projektes Wohnzimmerschrank. Die Rahmen und Füllungen sind vorbereitet und werden als nächstes verleimt. Dabei gebe ich den Leim hauptsächlich an die Domino-Dübel bzw. in die Dübel-Löcher. Zum Zusammendrücken verwende ich Rohrzwingen. Diese bauen genügend Druck auf, um die Dominos in die Löcher zu schieben. Da die Dübel recht lang sind, muss ich zwischenzeitlich die Spannweite korrigieren.

Der Leim wird in den Löchern für die Domino-Dübel verteilt
Glaserklötzchen helfen, die Füllung richtig auszurichten
Mit Rohrzwingen werden die Rahmen zusammengedrückt

Oben und unten bekommen die Füllungen mittig einen kleinen Tupfer Leim an die Feder, so dass sie im Rahmen etwas fixiert sind und nach links und rechts gleichmäßig quellen und schwinden können, ohne irgendwann schräg im Rahmen zu sitzen. Mit Glaserklötzchen richte ich sie beim Zusammendrücken der Rahmenteile genau aus.

In der Mitte bekommt der Schrank ein Vitrinenteil. Für diese Tür habe ich eine Plexiglasscheibe besorgt, die ich noch auf Maß bringen muss. Auch hier wird oben der Bogen angearbeitet. Die Scheibe lässt sich gut mit Säge und Fräser bearbeiten, so dass ich hierfür auch die Schablone für die Füllungen nutzen kann.

Die Plexiglas-Scheibe für die Vitrinentür wird mit Zulagen auf die Schablone gespannt
Der Bündigfräser erzeugt einen sauberen Schnitt

Bevor ich die Vitrinentür verleime, löse ich die Folie auf der Plexiglasscheibe in dem Bereich, der in die Nut des Rahmens kommt. So gibt es später keine Folienreste, die in der Nut festklemmen. Nach dem Verleimen klebe ich die Kante mit Malerband ab, damit bei der Oberflächenbehandlung nichts auf die Scheibe läuft.

Vor dem Verleimen wird die Folie am Rand der Plexiglasscheibe entfernt
Nach dem verleimen werden die Kanten mit Malerband abgeklebt

Nachdem alle Türen verleimt sind, werden die Löcher für die Topfscharniere eingebracht. Hierfür habe ich eine Schablone, so dass ich mit der Oberfräse, einem 10 mm Nutfräser und einem 17 mm Kopierring die Löcher fräsen kann.

Die Schablone für die Topf-Scharnier-Löcher ist fixiert
Mit der Oberfräse wird in mehreren Durchgängen das Loch gefräst
Fertige Fräsung für das Topf-Scharnier
Montiertes Scharnier
Auch die Vitrinentür bekommt Scharnier-Löcher

Weiter geht es mit der Oberflächenbehandlung. Erst wird geschliffen, dann gewässert, geglättet und gebeizt.

Die Fronten werden bis Korn 240 geschliffen…
…danach wird gewässert und geglättet
Los geht es mit dem Beizen
Die Schubkasten-Blenden werden gebeizt…
…genau so wie die großen Türen…
…die Vitrinentür…
…und die kleinen Türen

Den Abschluss bildet der Klarlack. Beim Lackieren verwende ich sowohl eine Rolle für die Flächen, als auch einen Pinsel für die Profile zwischen Rahmen und Füllung.

Die Profile werden mit einem Pinsel lackiert…
…die Flächen mit einer Rolle
Nach der Oberflächenbehandlung kommt die Folie von der Vitrinenscheibe ab

An den Oberkanten kommen Leisten in die einzelnen Fächer des Schrankes. Diese dienen den Türen als oberer Anschlag und sorgen gleichzeitig dafür, das dort kein Staub in den Schrank gelangt.

Die Staubleisten werden vorbereitet
Fertige Staubleisten

Jetzt sind alle Teile fertig und es kann an die Montage gehen. Zunächst schraube ich die Staubleisten in den Schrank. Dann werden die Scharniere an den Türen montiert und die zugehörigen Montageplatten im Schrankkorpus. Die Schubkasten-Blenden werden von innen durch die Vorderstücke der Schubkästen verschraubt. Als Abschluss bekommen alle Türen und Schubkästen noch Keramik-Knäufe, die mit Messingschrauben fixiert werden.

Die Scharniere werden in der Werkstatt montiert
Die erste Schubkasten-Blende ist an ihrem Platz…
…und bekommt noch ein Loch für den Keramik-Knauf

Die Scharniere der Türen werden noch genau eingestellt, so dass die Spaltmaße passen. Damit sind die Fronten fertig montiert.

Die Fronten sind montiert
Der Schrank ist fertig

Geschafft! Das Projekt „Wohnzimmerschrank“ ist abgeschlossen und die „Baulücke“ im Wohnzimmer ist gefüllt. Ich konnte wieder viele neue Dinge lernen und ausprobieren und hatte sehr viel Spaß in der Werkstatt. Nach so einem großen Projekt freue ich mich jetzt wieder auf ein paar kleinere Sachen, die sich auf der „To-Do-Liste“ eingefunden haben.

2 Kommentare bei „Wohnzimmerschrank – Das Finale

  1. Wahnsinn! Wenn ich den Schrank irgendwo sehen würde, würde ich mir denken, arg welcher Meister/Künstler hat das geschaffen?

    Mehr kann man dazu nicht mehr sagen.

    Kannst du in etwa die Nettoarbeitszeit einschätzen?

    Gratulation!

    Beste Grüße
    Harald

    1. Hallo Harald, danke für das Lob. 🙂

      Es gibt aber auch das ein oder andere, was nicht so geklappt hat.
      Entdeckt man aber nur, wenn man weiß, wo man hinsehen muss. 😉

      Das mit der Arbeitszeit kann ich wirklich nur sehr grob schätzen,
      der ganze Schrankbau lief über 4 Monate und war immer mal wieder
      wegen anderer „Kleinigkeiten“ unterbrochen. Dürfte sich aber so
      zischen 80 und 100 Stunden bewegen.

      Beste Grüße
      Sascha

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