Die neue Kombimaschine ist da

Heute geht es mal wieder um die Werkstatt bzw. den Maschinenpark darin. Bereits damals, als ich den „Maschinenraum“ eingerichtet habe, hatte ich den Plan, eine größere Kreissäge-Fräs-Maschine dort unterzubringen. Nach dem Bau des Wohnzimmerschrankes habe ich mich entschieden, die Idee in die Tat umzusetzen.

Nach den guten Erfahrungen mit der Hobelmaschine und der Bandsäge bin ich der Firma Felder bzw. der Marke Hammer treu geblieben und habe eine Hammer B3 bestellt. Durch die hohe Nachfrage sind die Lieferzeiten bei ca. 6 Monaten, so dass ich die Werkstatt in aller Ruhe vorbereiten kann. Im heutigen Beitrag schreibe ich eine Zusammenfassung, das Projekt lief nicht „am Stück“ sondern in vielen kleinen Schritten.

Der erste Schritt war die „Infrastruktur“, also die Anschlüsse für Strom und die Absaugung. Bei der Elektrik hatte ich die Maschine bereits beim Einrichten des Maschinenraumes berücksichtigt, hier gibt es eine 400 V Steckdose mit separater Sicherung. Für die Absaugung muss ich aber noch einen Anschluss legen. Da die Maschine direkt neben die Absauganlage kommt, wurde lediglich ein Abzweig mit zwei Schiebern installiert.

Der Abzweig zum Absaugen der neuen Maschine ist fertig

Bisher standen in dem Raum eine Festool PRECISIO CS 50 mit Tischverbreitung und Schiebetisch sowie ein Festool CMS-OF als Frästisch. Die OF 1400, die im Frästisch installiert war, habe ich als handgeführte Oberfräse behalten, den Frästisch und die Tischkreissäge habe ich verkauft. Damit war Platz für die neue Maschine vorhanden…und Budget für das ein oder andere Zubehörteil sowie die Werkzeuge für die neue Maschine in Form von Fräsköpfen und Sägeblättern.

Der nächste Schritt war daher, den vorhandenen Unterschrank meiner Kappsäge mit Schubkästen auszurüsten, in denen die Fräswerkzeuge und Sägeblätter sowie das kleinere Zubehör griffbereit untergebracht werden können. Die Schubkästen habe ich aus 15 mm Birke-Multiplex als Rahmen sowie einem Boden aus 6,5 mm Birke-Sperrholz gebaut. Der Boden wurde auf drei Seiten eingenutet und am Hinterstück verschraubt. Die Rahmenteile wurden mit Lamellos verbunden.

Die Rahmenteile für die neuen Schubkästen wurden zugeschnitten
Der erste Schubkasten ist zusammengeleimt
Der Schubkasten bekommt seine Auszugschienen

Für die Montage der Schubkästen im Unterschrank habe ich wieder dieselben Teleskopauszüge verwendet, die auch schon bei meinen anderen Werkstattmöbeln eingesetzt wurden. Sie tragen ein Gewicht von 50 Kg pro Schubkasten und lassen sich vollständig ausziehen, so dass man überall gut ran kommt und auch schwere Werkzeuge darin lagern kann.

Wie auf den Bildern oben schon zu sehen ist, habe ich auch unserem Schaumstoffhändler im Nachbarort wieder einen Besuch abgestattet, um Material für Schubkasten-Einlagen zu besorgen, die auf der CNC gefräst werden. Nachdem die ersten Werkzeuge und Zubehörteile eingetroffen sind konnte ich Maß nehmen und die Fräsprogramme erstellen.

Maß nehmen für die Schubkasten-Einlagen

In einem Schubkasten werden die Profilmesserköpfe und die zugehörigen Profilmesser- und Abweiserpaare aufbewahrt. Da noch etwas Platz im Kasten vorhanden ist, bekommen auch alle weiteren Austausch-Messer zusammen mit dem dazu passenden Werkzeug hier ihr neues Zuhause: Streifenmesser für die Hobelmaschine und Reserveklingen für Fräser und Fräsköpfe.

Die Werkzeugeinlage für die Profilemesserköpfe ist fertig…
…und wird mit Inhalt bestückt

In einem weiteren Schubkasten werden ein Falzkopf, ein Fügekopf sowie Anlaufringe mit Kugellager und Distanzring untergebracht. Da ich für meinen bisherigen Frästisch einige größere Fräser besitze, die ich gerne weiter nutzen möchte, habe ich mir für die neue Maschine eine ensprechende Spindel mit einer 8 und einer 12 mm Spannzange gegönnt. Diese Spindel sowie meine vorhandenen Schaft-Fräser für den Einsatz im Frästisch finden ebenfalls noch Platz in dem Schubkasten.

Falz- und Fügekopf, Anlaufringe und eine Spindel für Schaftfräser sind gut untergebracht

Nach diesen „vorbereitenden Maßnahmen“ konnte ich mir ein paar Gedanken machen, wie ich die neue Maschine in die Werkstatt bekomme. Knapp 400 Kg trägt man ja nicht eben mal so über die Schwelle. Ich habe daher in zwei gute Rollbretter investiert und aus einem Rest Buchenholz Keile gehobelt. Diese dienen als Rampe, um mit den Rollbrettern in die Werkstatt zu rollen. Nachdem die Maschine angeliefert war, habe ich mit viel Hilfe, einem Wagenheber und ein paar dicken Kanthölzern das gute Stück in die Werkstatt bekommen. Dort wurde dann die mit bestellte Fahreinrichtung installiert – die Deichsel habe ich ja bereits für die Hobelmaschine und die Bandsäge. So sind alle drei großen Maschinen flexibel was den Standort angeht.

Die Maschine ist in der Werkstatt angekommen…
…und passt perfekt an den vorgesehenen Platz
Fertig aufgebaute Maschine

Der Aufbau und das Einrichten der Maschine war gut zu bewältigen. Mit zwei Personen hatten wir das gute Stück nach ca. 2-3 Stunden einsatzfähig. Jetzt mussten noch die etwas größeren Zubehörteile untergebracht werden, konkret ging es um den Fräsanschlag mit Andruckfedern und die Bogenfräshaube. Hierfür habe ich passende Halterungen gebaut, die an der Wand über der Hobelmaschine einen Platz gefunden haben. So sind sie immer Griffbereit, wenn zwischen Sägen und Fräsen umgerüstet werden soll.

Die Halterung für den Fräsanschlag wird maßgeschneidert…
…und über der Hobelmaschine an der Wand montiert

Damit ist der Umbau der Werkstatt abgeschlossen und die neue Maschine einsatzbereit. Jetzt kommt der schwierigste Teil: Wir beide müssen „Freunde“ werden. Die beiden Festool Maschinen hatte ich ca. 5 Jahre im Einsatz, da weiß man quasi „blind“ wie alles funktioniert. Jetzt ist erstmal „alles neu“ und „vieles anders“. Zuerst rüste ich die Maschine für Sägearbeiten.

Die Maschine ist für das Sägen gerüstet
Beim Sägen wird sowohl oben, als auch unten abgesaugt

Für ein anstehendes Projekt liegt bereits etwa Eschenholz in der Werkstatt. Das muss besäumt werden. Eine prima Gelegenheit, den Besäumschuh und das Längsschnitt-Blatt auszuprobieren.

Eine Eschenbohle soll besäumt werden
Für das Besäumen kommt der Besäumschuh zum Einsatz
Ab ist sie, die Waldkante

Neben einem Quer- und einem Längsschnitt-Blatt habe ich mir ein spezielles Steilzahn-Sägeblatt zugelegt. Damit lassen sich beschichtete oder furnierte Platten hervorragen ausrissfrei sägen.

Ein Steilzahnblatt ist ideal zum sägen von beschichteten oder furnierten Platten
Das Steilzahnblatt auf der Maschine
Die Geometrie der Sägezähne sorgt für ausrissfreie Schnitte

Das Sägen klappte schon mal echt super, aber die Maschine ist ja auch eine vollwertige Tischfräse. Hier fange ich mal mit einem „Klassiker“ an: Das Profilieren von Leisten. Dafür verwende ich den Fräsanschlag und die Andruckfedern, die zum Standard-Lieferumfang der Maschine gehören.

Unter dieser Abdeckung versteckt sich die Frässpindel
Der Fräsanschlag und die Andruckfedern sind montiert
Mit einem Konterprofilemesser auf dem Universalmesserkopf soll die Kante der Leiste gefräst werden

Zum Profilieren habe ich ein Konterprofilmesser auf dem Universalmesserkopf montiert. Die Fräsung wird erstaunlich sauber, fast wie gehobelt. Durch den großen Durchmesser der Fräswerkzeuge im Vergleich zu Schaftfräsern im Frästisch, ist die Schnittgeschwindigkeit deutlich höher. Das macht sich eindrucksvoll beim Fräsergebnis bemerkbar.

Ich habe mir als Variante zur Standard-Andruckfeder einen Rollenandruckapparat als Zubehör mitbestellt. Dieser kommt bei der nächsten Aufgabe zu Einsatz: Das Planfräsen eines Massivholz-Anleimers. Die folgenden Bilder sind aus einem Folgeprojekt „geliehen“, es wird also etwas „gespoilert“. 🙂

Der Rollenandruckapparat ist montiert
Brücken zwischen den Fräsanschlägen verhindern, dass das Material in den Fräser gezogen wird
Der Rollenandruckapparat ist leicht schräg Richtung Fräsanschlag ausgerichtet

Für das Planfräsen verwende ich den Falzkopf. Mit seinen Vorschneidern sorgt er für sehr saubere Schnitte. Der Rollenandruckapparat drück das Werkstück auf den Maschinentisch. Er wird leicht schräg Richtung Fräsanschlag ausgerichtet und drückt dadurch das Werkstück zusätzlich etwas gegen den Anlschlag. Wie auch zuvor bei meinem Frästisch verwende ich zwei Leisten, die auf den Maschinentisch geklebt werden, um das Werkstück mit überstehendem Anleimer zu fräsen.

Der Anleimer steht nach unten etwas über…
…und wird vom Falzkopf bündig gefräst

Auch diese Fräsung gelingt sehr gut, langsam bekomme ich etwas Übung mit der neuen Maschine. Die Arbeit macht viel Spaß und ich freue mich schon auf die nächsten coolen Projekte, die ich damit realisieren werden. Nachfolgend noch ein paar Impressionen aus dem fertig eingerichteten „Maschinenraum“.

Ein Blick vom Werkraum in den Maschinenraum
Der Platz ist gut ausgenutzt

2 Kommentare bei „Die neue Kombimaschine ist da

  1. Hallo Sascha,
    bin beeindruckt, wie effizient du deine Werkstatt und deinen Maschinenraum einrichtest. Wie sind denn die Abmessungen deiner beiden Räume?

    Wünsch dir verletzungsfreies Arbeiten mit deiner neuen Kombimaschine und immer wieder neue Ideen!
    Mach weiter so und halt uns bitte auf dem Laufenden 😉

    1. Hallo Michael,
      danke dir, das Einrichten der Werkstatt ist ja auch ein großer Bestandteil des
      Holzwerkens. 😉 Der Maschinenraum ist ca. 2,80 m breit und 3,90 m lang. Der
      Bankraum ca. 2,60 breit und 3,20 m lang.
      Viele Grüße
      Sascha

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