Gartenzaun

Vor ein paar Wochen haben wir gemeinsam mit unseren Nachbarn einen neuen Zaun gebaut. Er sollte einen Sichtschutz bieten und dabei optisch gut in den Garten passen. Wir konnten uns schnell auf ein Design einigen, bei dem die Waldkante an den sichtbaren Brettern erhalten bleibt und so einen „organischen Look“ entstehen lässt.

Der Zaun wird aus Lärchenholz bestehen, dass zunächst unbehandelt bleiben soll. Evtl. bekommt es im nächsten Jahr eine Oberflächenbehandlung mit Öl, um dem Vergrauen des Holzes etwas entgegenzuwirken. Die Konstruktion ist recht simpel: Zwischen den Pfosten werden je drei Riegel montiert. An diese Riegel werden dann in zwei Lagen Bretter geschraubt, so dass eine geschlossene Fläche entsteht.

Für die 10 Meter Zaun wird einiges an Holz benötigt. Zur Herstellung der Pfosten, Riegel und der oberen Abdeck-Leisten haben wir fertig gehobelte Balken geordert. Die Bretter, die an die Riegel geschraubt werden, entstehen aus Stammware, die noch entsprechend gesägt und gehobelt wird. Das Hobeln ist mir dabei wichtig, um eine möglichst glatte Oberfläche zu erhalten und dadurch die Wetterfestigkeit zu verbessern.

Bevor wir uns aber an das ganze Sägen und Hobeln machen, betonieren wir erstmal die Pfosten ein – so kann der Beton aushärten, während wir uns mit den Brettern vergnügen. Damit der Zaun hinterher auch gerade steht, haben wir die H-Anker und die Flechtzaunwinkel zum Befestigen der Riegel an den Pfosten vormontiert und das Gestell zunächst ohne Beton aufgestellt, mit Streben abgestützt und exakt ausgerichtet. Erst danach haben wir den Beton in die Löcher eingefüllt.

Der Beton wartet auf seinen Einsatz
Ein Pfosten mit Stützstreben
Das Gestell ist ausgerichtet

Jetzt widmen wir uns den Brettern. Zunächst werden diese grob auf Länge geschnitten, damit die sechs Meter langen Bohlen etwas „handlicher“ werden. Da bin ich echt froh, dass wir das Projekt gemeinsam bauen – zu zweit lassen sich die Bohlen doch sehr viel leichter bewegen. Die Hälfte der so entstandenen Bretter werden auf eine feste Breite geschnitten, so lassen sie sich später einfacher „gerade“ an das Gestell schrauben. Diese Bretter bilden die hintere Lage und die Kanten sind von vorne nicht sichtbar. Wir können sie dann auch gleich auf der Kappsäge auf die richtige Länge bringen.

Die hinteren Bretter werden auf Länge geschnitten
Die hinteren Bretter werden langsam fertig
Die Waldkanten der hinteren Bretter sind für den Feuerkorb vorbereitet

Bei der anderen Hälfte der Bretter bleiben die Waldkanten natürlich dran. Hier wird es dadurch etwas schwieriger, diese an beiden Enden „gerade“ (also parallel zueinander) abzuschneiden. Wir haben hierfür an beiden Enden jeweils die Mitte markiert und mit einer langen Wasserwaage einen fluchtenden Strich durch diese beiden Markierungen gezogen. Mit einem großen Geodreieck konnten wir so an beiden Enden je eine Linie ziehen, die dann genau parallel zueinander und zudem im rechten Winkel zur Brettmitte sind. An diesem Anriss haben wir mit einer kurzen Führungsschiene und der Handkreissäge die vorderen Bretter auf Länge geschnitten.

Die vorderen Bretter warten auf die „Behandlung“
Die Abläng-Schnitte werden angerissen
Das kleine „Sägewerk“ unterm Carport

Nachdem die Sägearbeiten soweit fertig sind, geht es in die Werkstatt an die Hobelmaschine. Hier werden alle Bretter von beiden Seiten plan und vor allem glatt gehobelt. Beim Hobeln haben wir dann erstmals einen genaueren Blick auf das Holz werfen können und konnten so bereits vorsortieren, welche Bretter wohin kommen. Wir mussten dann auch noch ein paar „Reserve“-Bohlen verwenden, da vereinzelt doch starke Risse oder Beschädigungen sichtbar wurden.

Der erste Schwung Bretter wartet auf den Hobel
Jetzt zeigt sich, wie schön die Oberflächen wirklich sind
Ein „Reserve“-Brett muss auf Länge und Breite geschnitten werden

Gut, dass wir die Hobelarbeiten in der Werkstatt machen, das Wetter hat sich zwischenzeitlich so verschlechtert, dass selbst ein Arbeiten unter dem Carport unmöglich gewesen wäre. So kommen wir aber gut voran. Als letztes werden noch die Abdeck-Leisten gefräst, die später das obere Ende der Bretter vor der Witterung schützen sollen. Diese werden mit einer breiten Nut versehen und von oben über die Brett-Enden gestülpt. Damit das Wasser gut abläuft, wird die Oberseite auf der Hobelmaschine angeschrägt.

Die Balken für die Abdeck-Leisten werden ausgesucht
Eine Abdeck-Leiste im Profil

Damit die Leisten später auch gut halten, haben wir aus einigen Restabschnitten Befestigungs-Klötzchen hergestellt. Mit diesen werden die Leisten dann an den Brettern verschraubt.

Die Befestigungs-Klötzchen werden zugeschnitten…
…und vorgebohrt

Jetzt heißt es warten….warten bis der Beton ausgehärtet ist und das Wetter sich bessert. Eine gute Gelegenheit, die Maschinen zu pflegen, die schon viel gearbeitet haben. Erstaunlich, wieviel Harz aus so einem Haufen Lärchenholz heraus kommt. Besonders die kleine Handkreissäge hat eine Wellness-Kur nötig.

Die Handkreissäge wird gründlich gereinigt…
…zusammen mit den Sägeblättern

Ein paar Tage später ist es dann soweit: Beton fest, Wetter super! Los geht es mit der Montage der Bretter. Zunächst die hintere Lage ausgerichtet per Wasserwaage, dann die vordere Lage ausgerichtet an der hinteren. Danach kommt die Abdeck-Leiste drauf und weiter geht es mit dem nächsten Zaun-Feld.

Aus dem Gestell wird langsam ein Zaun
Die letzte Lücke wird geschlossen
Die Abdeck-Leiste ist verschraubt

Die Montage hat super funktioniert und ging wirklich zügig voran. Jetzt können wir uns über unseren neuen Zaun freuen. An dieser Stelle noch einen riesigen Dank an alle, die mitgeholfen haben!

Der fertige Zaun von hinten….
…und von vorne

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