Briefkastenschild

In diesem Beitrag geht es um eine Idee, die ich schon seit einer geraumen Zeit einmal ausprobieren wollte: Das Fräsen von Inlays. Unser Briefkasten braucht ein neues Namensschild, das ist die perfekte Gelegenheit dafür.

Beim Inlay-Fräsen müssen zwei Formen exakt aufeinander passen: Die „Positiv-Form“, die in das Werkstück gefräst wird und eine spiegelverkehrte „Negativ-Form“, die genau in die Ausfräsung passt. Die Herausforderung ist, dass beide Formen Innenradien haben, die minimal größer sind, als der Durchmesser des verwendeten Fräsers. Ich habe hier also zunächst die zu fräsenden Buchstaben als Vektorgrafik erstellt und diese danach so bearbeitet, dass der kleinste Innenradius bei 2,1 mm liegt – so kann ich das ganze mit einem 2mm Fräser ausfräsen.

Mit der Vektorgrafik als Basis habe ich dann zwei Fräsprogramme für die CNC erstellt. Damit geht es ab in die Werkstatt um die CNC startklar zu machen. Ich habe noch ein paar Reste Nußbaum und Ahorn im Holzvorrat, das gibt einen schönen Kontrast. Angefangen habe ich mit der Negativ-Form, der spiegelverkehrten Schrift. Diese wird aus dem Ahorn gefräst.

Ein Stück Ahorn wird auf der CNC-Maschine befestigt
Der Nullpunkt wird eingestellt

Nach dem einrichten der CNC und dem Einstellen des Nullpunktes in der Mitte des Werkstückes wird es ernst: Das erste Fräsprogramm wird gestartet.

Das Fräsprogramm wird gestartet
Langsam werden die Buchstaben sichtbar

Die Ränder der Negativ-Form werden anschließend auf der Bandsäge soweit weggeschnitten, dass nur noch die spiegelverkehrten Buchstaben 4 mm hervorstehen. Währenddessen läuft auf der CNC schon das zweite Fräsprogramm, das die Buchtaben 3 mm tief in ein Stück Nußbaum fräst.

Die Positiv-Form wird gefräst
Beide Formen sind fertig

Jetzt kommt Leim in die ausgefrästen Buchstaben und das Gegenstück wird mit Schraubzwingen hineingepresst. Am nächsten Tag habe ich das Ahorn-Holz mit einem Millimeter Überstand auf der Bandsäge weggesägt. Einige Runden im Dickenhobel mit jeweils sehr kleinem Materialabtrag lassen die Schrift zum Vorschein kommen: Sieht echt super aus!

Der Briefkasten ist zwar unterm Dach, zum Schutz vor der Witterung habe ich aber dennoch zwei Schichten Bootslack aufgetragen. So bekommt das ganze einen edlen Glanz.

Das Schild ist lackiert

Nach ein paar Tagen ist der Lack soweit ausgehärtet, dass das Schild am Briefkasten montiert werden kann.

Das Schild ist montiert

Ein kleines aber feines Projekt, auch wenn diesmal der größere Teil am Computer und nicht in der Werkstatt entstanden ist. Das erste Inlay-Fräsen ist ein voller Erfolg, jetzt habe ich den Kopf schon voller Ideen, was man damit noch so alles anstellen kann…

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