Marmeladenregal

Die Winterpause ist beendet, es geht weiter in der Werkstatt. 🙂 Das nächste Projekt wartet schon eine ganze Weile auf meiner Liste, Grund genug, es in die Tat umzusetzen: Das Marmeladenregal.

Zum Hintergrund: In der Küche haben wir einen Eck-Unterschrank. Ein Schrank mit viel Platz, den man aber relativ schlecht nutzen kann. In dem Schrank werden unsere Marmeladen-Vorräte aufbewahrt. Eine extrem wichtige Aufgabe – meine Frau und mein Sohn zaubern mit großer Begeisterung alle Sorten Marmelade – Megalecker, ich weiß wovon ich spreche. 😉

Es soll ein kleines Regal gebaut werden, dass fest im Unterschrank montiert wird. Damit können die Marmeladengläser dann viel platzsparender und vor allem übersichtlicher gelagert werden. Die Abmessungen sind durch den Unterschrank vorgegeben.

Zeichnung vom Regal

An der einen Ecke wird eine 45°-Schräge angearbeitet, so kann das Regal einfach mit dem Korpus des Unterschranks verschraubt werden. Da der Unterschrank keine Rückwände hat, wird das Regal eine massive Rückwand bekommen, auch zur Erhöhung der Stabilität. Als Material wird weiß beschichtete Spanplatte verwendet, das passt am besten zum vorhandenen Unterschrank und ist pflegeleicht. Bei der Größe sollten 16 mm Stärke ausreichen, das bekomme ich gleich beim „Biber“ um die Ecke.

Das Material ist aufgeladen

Aus der großen Platte wird der Korpus gebaut, die drei schmalen Platten werden die Böden. Los geht’s mit dem Bohren der Lochreihen für die Bodenträger, so können die Böden später in der Höhe an die Form der Gläser angepasst werden.

Los geht’s mit dem Bohren der Lochreihen
Mit dem LR-32 von Festool ist das schnell und präzise erledigt.

Die Lochreihen habe ich gebohrt, bevor ich die Platte zugeschnitten habe. So hatte ich mehr Platz, die Führungsschiene zu befestigen, was sonst an den schmalen Teilen nicht mehr funktioniert hätte. Der nächste Schritt ist das Sägen der vier Teile für den Korpus. Die Breite der Platte entspricht bereits der späteren Höhe des Regals, so kann ich die umleimten Kanten komplett verwenden.

Vorm Sägen wird mit Klebeband dem Ausreißen vorgebeugt
Das Sägen geht mit dem Schiebetisch sehr komfortabel

Obwohl ein Splitterschutz in der CS50 montiert ist, habe ich die Schnittbereiche vor dem Sägen mit Klebeband abgeklebt – das hat die Ausrisse noch einmal reduziert. Gesägt wurde auf Gehrung, die linke Ecke mit 45° für eine 90°-Ecke, die rechte Ecke (mit Schräge) mit 22,5° für zwei 45°-Ecken. In die Gehrungen werden Lamellos eingeleimt, um die Verbindung stabiler zu machen.

Fräsen der Lamellos

Bei den 16mm Materialstärke kommen 10er Lamellos zum Einsatz, bei 20er Lamellos hatte ich Angst, durch die Platte durchzufräsen. Nach dem Fräsen der Lamellos ist schon alles fertig zum Verleimen. Zum Spannen habe ich Spanngurte verwendet und diese mit den Vario-Ecken meines Bessey-Band-Spanners bestückt.

Startklar zum Verleimen

Die Innenbreite des Korpus beträgt genau 80cm – also die Länge der gekauften Böden. Diese habe ich kurzerhand vorne zwischen die Wangen des Korpus geklemmt, damit ich die Spanngurte einmal komplett um den Korpus legen konnte, ohne dass er sich beim Spannen verzieht.

Die Spanngurte sind fest
Vorne sind zur Stabilisierung zwei Regalböden eingeklemmt

Durch die Innenbreite des Korpus von 80cm müssen die Regalböden nur in der Breite zugeschnitten werden – es gab leider nur 20 cm und keine 15 cm breiten Böden. Ich habe daher einfach am Parallelanschlag 5 cm abgeschnitten. Da der Korpus rechts eine Schräge hat, müssen auch die Regalböden entsprechend schräg geschnitten werden. Das habe ich mit der Kappsäge gemacht.

Schneiden der Regalböden auf Breite
Schneiden der Schräge an die Regalböden

Damit die Böden später nicht von den Bodenhaltern rutschen, habe ich kleine Kunsstoff-Abstandshalter an die Böden geschraubt. Diese greifen genau hinter die Bodenhalter und vorhindern so effektiv, dass der Boden herausrutschen kann.

Der Rausrutsch-Schutz ist montiert…
…und funktioniert prima.

Nachdem der Leim trocken war, konnte das Regal im Unterschrank montiert werden – ohne weitere Oberflächenbehandlung ist man schon recht schnell. So konnte ich das ganze inklusive Einkauf an einem Samstag-Vormittag bauen.

Die ersten Gläser dürfen Platz nehmen – zur Probe 🙂

Der Marmeladenbestand ist geordnet – und es gibt noch Kapazität für weitere Gläser, aber da lasse ich dann mal lieber die Profis ans Werk… 🙂

 

 

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