Drechseln – Die richtige Schärfe

Dieser Beitrag ist Teil 5 von 6 der Serie Drechseln.

Die Live-Vorführung auf der Kunsthandwerks-Ausstellung steht kurz bevor. Nachdem ich zur Übung einiges gedrechselt habe, bleibt noch eine wichtige Sache vorzubereiten: Die Messer müssen geschärft werden.

Alle Drechseleisen waren bereits auf dem Tormek, ich brauche also nur die Vorrichtungen entsprechend einzustellen und das Schleifen geht schnell von der Hand.

Die Drechseleisen warten auf die „Behandlung“
Der Tormek ist startbereit

Bevor es losgeht, frische ich die Oberfläche des Schleifsteins auf und bringe sie auf die richtige Körnung. Das geht mit dem Steinpräparierer in ein paar Sekunden.

Vor dem Schleifen wird der Stein aufgefrischt

Die Vorrichtung für die Meißel wird auf der Führungsstange hin- und hergeschoben. Das geht etwas leichter, wenn ich hier vorher etwas Trockengleitmittel aufbringe. Wichtig ist, dass das Mittel nicht auf den Schleifstein sondern wirklich nur auf die Stange kommt. Zum Schutz halte ich immer ein Stück Pappe dazwischen.

Mit ein bisschen Trockengleitmittel auf der Stange gleitet die Vorrichtung für die Meißel besser

Jetzt kann es mit dem Schleifen der Meißel losgehen. Praktischer weise habe ich mir letztes Mal die Einstellungen für die Vorrichtung auf den Drechselmessern notiert, so kann ich den vorhandenen Anschliff leicht wiederholen.

Die Meißel werden erst von der einen…
…und dann durch einfaches Umdrehen der Vorrichtung von der anderen Seite geschliffen
Die Position der Führungsstange wurde zuvor mit der Lehre so eingestellt, das der Schleifwinkel genau passt

Das Schleifen der Meißel dauert immer ein wenig länger als das Schleifen der Röhren oder Abstechstähle. Nach dem Schleifen wird die Lederabziehscheibe mit Abziehpaste eingestrichen und der Grat, der beim Schleifen zwangsweise entsteht, entfernt.

Die Abziehscheibe bekommt etwas Abziehpaste
Der Grat vom Schleifen ist damit schnell entfernt

Jetzt sind die Schneiden extrem scharf. Durch den feinen Schliff und das abschließende Abziehen bleibt die Schärfe auch sehr lange erhalten. Die Röhren sind vergleichsweise schnell geschärft, hier dauert der ganze Vorgang nur wenige Minuten. Mit der Vorrichtung für die Formröhren genügt es, die Röhre vier bis fünf mal hin- und herzudrehen und die Schneide ist wieder gleichmäßig scharf.

Die Formröhre wird in der Vorrichtung einfach hin- und hergedreht

Auf der schmalen Abziehscheibe wird auch hier der Grat einfach entfernt. Nach dem Anschliff reibe ich die Eisen immer mit etwas Kamelienöl ein, um sie vor Flugrost zu schützen.

Die Röhren schleife ich immer zum Schluss, da hierbei kleine Rillen im Schleifstein entstehen können, die in anschließendes Schleifen von geraden Schneiden erschweren. Um den Stein wieder schön eben zu bekommen, nutze ich eine Abdrehvorrichtung. Danach ist die Steinoberfläche wieder exakt eben und parallel zur Führungsstange.

Nach dem Schleifen der Röhren können leichte Rillen im Stein sein
Mit der Abdrehvorrichtung lässt sich die Oberfläche wieder plan bekommen

Jetzt ist alles startbereit für die Ausstellung, damit geht’s dann im nächsten Beitrag weiter…

 

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