Schreibtisch – Die Projektidee

Dieser Beitrag ist Teil 1 von 8 der Serie Schreibtisch.

Heute starte ich mal wieder ein größeres Projekt, einen Schreibtisch für meinen Sohn. Der Schreibtisch wird direkt neben dem Hochbett stehen, dass jetzt schon seit einem halben Jahr seinen Dienst tut.

Der Schreibtisch wird aus Buche und Ahorn gebaut und vom Design her passend zum Hochbett gestaltet. Er soll in Stufen höhenverstellbar sein, damit er „mitwachsen“ kann. Außerdem sind zwei flache Schubkästen unter der Tischplatte notwendig, ein expliziter Wunsch des zukünftigen Besitzers. Das Tischgestell soll klassisch mit C-Füßen ausgestattet sein. Die erste Herausforderung ist also die Konstruktion eines C-Fußes aus Massivholz, der höhenverstellbar ist.

Jeder C-Fuß soll jeweils zwei Säulen bekommen, die mit einem Zwischenstück fest miteinander verleimt werden. Oben und unten kommen Holme an die Säulen, so dass sich eine C-Form ergibt. Wird jetzt Druck auf die vordere Kante des Tisches ausgeübt, wirkt der obere Holm wie ein Hebel mit Drehpunkt auf der vorderen Säule und erzeugt Zug auf die hintere Säule. Die Idee ist es, durch die beiden Säulen des C-Fußes M10-Gewindestangen zu stecken, die mit den Holmen oben und unten verschraubt werden. Auf diese Weise sollen die Säulen auf Druck und Zug stabil sein.

Der C-Fuß im Profil mit den drei verschiedenen Höhen

Die Säulen bestehen aus zwei Teilen, einem langen Teil unten, der mit der zweiten Säule des Fußes verbunden ist, und je einem Distanzstück oben. Die Distanzstücke werden in drei verschiedenen Längen hergestellt, um die verschiedenen Tischhöhen zu erreichen. Die Gewindestangen werden ebenfalls in drei verschiedenen Längen hergestellt und laufen durch die gesamt Säule. Die Säulen sind 60 x 60 mm mit einer Rundung von 19 mm Radius an den Kanten (passend zu den Pfosten des Hochbettes).

Die Säule des C-Fußes im Profil

Die Säule wird aus zwei Teilen zusammengeleimt, in die vorher eine runde Rille mit einem Radius von 6 mm gefräst wird, so ergibt sich ein Loch mit 12 mm Durchmesser genau in der Mitte der Säule. Damit sich die Säulenteile nicht verdrehen können. kommen an der Verbindung kurze 5 mm Bolzen gesteckt, die Säulen bekommen an den Enden eine Fase von 2 mm angefräst, bei zwei aufeinander gesteckten Säulenteilen ergibt sich hier eine kleine V-Nut. Minimale Abweichungen werden dadurch elegant kaschiert.

In den beiden Holmen werden die 5 mm Bohrungen (für die Bolzen) und die 12 mm Bohrung (für die Gewindestangen) ebenfalls eingebracht. Die 12 mm Löcher bekommen an der Oberseite im oberen Holm und an der Unterseite im unteren Holm eine 10 mm tiefe Senkung mit 30 mm Durchmesser. So kann eine Karosseriescheibe unter die Mutter zur Verschraubung gelegt werden.

Der untere Holm mit Stellfüßen
Der obere Holm mit Löchern zum Verschrauben der Tischplatte

Im unteren Holm werden zudem zwei Rampa-Muffen eingeschraubt, um höhenverstellbare Füße unter dem Holm anzubringen – der Tisch soll ja nicht wackeln. Der obere Holm bekommt noch eine Bohrung in der Mitte mit Senkung an der Unterseite sowie je ein Langloch vorne und hinten, ebenfalls mit einer Senkung.  Durch diese Löcher wird später die Tischplatte mit dem Gestell verschraubt. Durch das Langloch vorne und hinten kann die Tischplatte später in der Breite etwas arbeiten.

Ein Langloch mit Senkung im Detail

Die beiden C-Füße werden mit einer Zarge verbunden, die genau auf der Höhe sitzt, auf der auch die Säulen der C-Füße miteinander verbunden sind. Damit das ganze einfacher transportiert werden kann, ist die Zarge nicht mit den C-Füßen verleimt sondern wird mit Maxifix-Excenter mit 35 mm Durchmesser befestigt.

Die Zarge im Tischgestell

Die Tischplatte ist eine Ahorn-Leimholzplatte mit aufgeschraubten Halteleisten. In den Ecken werden kleine längliche Mulden in die Platte gefräst, die unten mit einer dünnen Kork-Schicht versehen werden. In diesen Mulden kann man beispielsweise Stifte ablegen, ohne dass sie vom Tisch rollen.

Die Tischplatte mit Ablage-Mulden

Unter die Tischplatte kommen zwei Schubkästen. Die Halteleisten der Platten dienen dafür als Befestigung. Aus diesem Grund werden die Leisten auch aufgeschraubt und nicht als Gratnut-Leisten gebaut. Gratnut-Leisten könnten sich möglicherweise zueinander verschieben, was zum Klemmen der Schubkästen führen würde. Die Aufgeschraubten Leisten bekommen vorne ein rundes Loch um sie exakt zur Vorderkante der Platte auszurichten. Alle weiteren Löcher der Halteleisten sind Langlöcher, um ein Arbeiten der Tischplatte zu ermöglichen.

Die Schubkästen von vorne
Die Halteleisten mit den Auszugschienen der Schubkästen

Zur Befestigung der Tischplatte auf dem Gestell werden auf jeder Seite drei Rampa-Muffen in die Platte eingeschraubt. An diesen Stellen wird die Platte dann mit den oberen Holmen des Gestells verschraubt. Die Säulen und Holme der C-Füße werden aus Buche, alle anderen Teile aus Ahorn gebaut.

Das fertige Modell vom Schreibtisch

Das werden ein paar spannende Wochen in der Werkstatt, das Projekt bietet einiges Potential, um neue Dinge zu lernen. Jetzt checke ich erstmal die Holzbestände – vielleicht kann ich noch ein paar Reste vom Hochbett verarbeiten – und dann geht’s los zum Holzhändler…

 

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