Wohnzimmerschrank – Die Projektidee

Dieser Beitrag ist Teil 1 von 1 der Serie Wohnzimmerschrank.

In unserem Wohnzimmer wartet schon eine Weile ein freies Plätzchen auf ein passendes Möbelstück. Heute startet daher ein neues „Großprojekt“: Ein Wohnzimmerschrank. Das Design soll dabei etwas „rustikal verschnörkelt“ sein. Die Konstruktion wird ein Mix aus Vollholz-Elementen und Plattenmaterial. Die Fronten sollen als Konterprofil-Rahmen mit Füllungen realisiert werden, der Korpus besteht aus furnierter Tischlerplatte mit Zierelementen aus Vollholz. Der Schrank wird einen Vitrinenteil und zwei Schubkästen bekommen. Mit diesen Ideen im Kopf geht es an die Planung als 3D-Modell. Diesmal habe ich mir die Mühe gemacht, das Modell durch einen Raytracer laufen zu lassen, um eine realistischere Darstellung zu bekommen.

Ein Modell des geplanten Wohnzimmerschrankes
In die Mitte kommt oben eine Vitrine und unten zwei Schubkästen

Der Schrank soll etwa 1,50 m hoch und 1,60 m breit werden, damit der vorhandene Platz optimal genutzt werden kann. Bei diesen Dimensionen muss er zerlegbar sein, damit er transportabel ist. Die Fronten sollen bei den Türen im oberen Querfries einen Bogen bekommen – eine besondere Herausforderung beim Fräsen der Konterprofile. Nachdem der „Familienrat“ das Design abgesegnet hat, kommt die Feinarbeit bei der Planung. Dabei werden die genaue Konstruktion und die Abmessungen festgelegt.

Die Vorderansicht
Die Seitenansicht

In den größeren Fächern links und rechts vom Vitrinenteil werden Einlegeböden vorgesehen, die durch Lochreihen in den Seitenwänden individuell platziert werden können. Unterhalb der Vitrine werden zwei Schubkästen platziert und links und rechts davon zwei Fächer ohne Einlegeboden. Auch diese Fächer bekommen Lochreihen, so kann auch hier später mal ein Boden eingesetzt werden. Die Rückwand soll aus furniertem Sperrholz bestehen, und ist dreiteilig.

Das „Innenleben“ des Schrankkorpus
Die Rückwand

Die Konterprofile der Fronten werden 20 mm stark und 60 mm breit. Der obere Fries wird 100 mm breit, da hier ein Bogen eingearbeitet werden soll. Die Füllungen bekommen eine Stärke von 15 mm und werden an den Rändern auf 4 mm abgeplattet, so dass sie in die Nut der Konterprofile passen. Auf der Innenseite bekommen die Konterprofile Bohrungen für Topfscharniere.

Konterprofil-Tür von oben
Füllung mit Abplattung
Innenansicht einer Konterprofil-Tür mit Topfbohrungen für Scharniere

Die Seitenwände des Korpus werden aus 19 mm starker furnierter Tischlerplatte hergestellt und mit Maxifix-Exzentern mit Boden und Deckel verbunden. Die Platten bekommen an der Vorderseite Vollholz-Anleimer und die äußeren Seitenwände werden mit „falschen Konterprofilen“ versehen. Diese sind 11 mm stark und vom Profil identisch mit den Konterprofilen der Fronten, nur ohne die Nut und die hintere Feder. So passen die Seitenwände und die Fronten optisch perfekt zusammen.

Seitenwand im Profil
Seitenwand mit Lochreihen und Bohrungen für Exzenter-Verbinder

Der Sockel des Schrankes wird ebenfalls aus 19 mm starker Tischlerplatte gebaut. Diese bekommt vorne, links und rechts Vollholz-Anleimer und darunter Blendleisten aus Vollholz, die mit einem aufwändigen Profil versehen werden, das zu dem Konterprofil in den Fronten passt. An der Vorderseite bekommt die Blendleiste eine Öffnung, so dass unter dem Schrank eine Mehrfachsteckdose liegen kann, die leicht hervorzuziehen ist. Die seitlichen Blendleisten des Sockels bekommen eine Aussparung für die Fußleiste – so kann der Schrank später bis an die Wand geschoben werden.

Der Schranksockel von vorne
Der Schranksockel von der Seite
Das Profil des Schranksockels

Auch der Zwischenboden und der Deckel des Schrankes werden aus 19 mm Tischlerplatte hergestellt, die auf drei Seiten mit Vollholz-Anleimern versehen werden. Die Anleimer werden allerdings dicker als die 19 mm um den Schrank etwas „wuchtiger“ aussehen zu lassen.

Das Profil der Anleimer von Zwischenboden un Deckel

In der nähe des Schrankes stehen einige Eiche-Möbel, der Schrank soll daher optisch dazu passen. Ich habe mich für Eschenholz entschieden, da es von der Maserung der Eiche recht ähnlich ist. Der Farbton wird mit Beize an den der vorhandenen Eichemöbel angepasst. Nach der ganzen Planerei kann ich jetzt eine Zuschnitt- und Einkaufsliste erstellen und dann geht es ab zum Holzhändler. Weiter geht’s im nächsten Teil mit dem Bau der Schablonen und dem Testen der Konterprofil-Fräser. Juhu, bald fliegen die ersten Späne….

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